Russisches Wenikritual

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Wodka, Birkenzweige & Banja

Bereits die russischen Zaren gaben sich im Banja dem traditionsreichen Wenikritual und dem schweißtreibenden Aufguss hin, bei welchem Birkenzweige eine wesentliche Rolle einnehmen. Dem frisch gewonnenen Birkensud wird mitunter auch Wodka beigesetzt. Doch dabei bleibt es nicht, denn zur Einstimmung auf den ersten Aufguss bekommt jeder Saunagast einen Wodka zum Trinken. Als Banja bezeichnet, ist das russische Dampfbad im traditionellen Holzbadehaus gemeint. Kennzeichnend für das Dampfbaden in Banjas ist die die Erzeugung einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit, so dass die Badegäste sehr stark zum Schwitzen kommen. Saunaanfänger sollten sich daher zunächst eher nicht einem Wenikritual hingeben, wenngleich das Drumherum durchaus reizvoll ist und das Quästen durch die Birkenzweige neugierig macht. Beim Wenikbad erfolgen drei Schwitzphasen für jeweils maximal eine Viertelstunde. In den Pausen der einzelnen Saunagänge genießt man gemeinsam russischen Tee vom Samowar.

Vorbereitung und Aufwärmen im ersten Aufguss

Bevor in der Banja oder in der herkömmlichen Sauna der erste Aufguss vom Wenikbad beginnt, waschen sich die Saunabesucher zunächst mit kaltem, dann warmem Wasser aus Zubern bzw. duschen sich ab. Mit einer Paste, die aus Honig und Salz angerührt wurde, kann nun jeder Saunagast den Körper abreiben und ihn so auf das Wenikbad mit den Birkenzweigen vorbereiten. Der Abrieb entfernt Hautschuppen und sorgt erstmals für das Öffnen der Poren, die dann für die weiteren Prozedere beim russischen Wenikritual wesentlich aufnahmefähiger sind. Nachdem die Banja auf Temperatur gebracht ist und die Badenden vorbereitet wurden, folgt nun der erste Aufguss. Dazu werden Äste der Birke mit saftigen Blättern zusammengebunden. Dieses Astbündel legt der Saunameister zum Einweichen in den Wasserzuber. So entsteht der Birkensud, der für den Aufguss benötigt wird. Bei etwa 70 bis 80 °C aufgegossen entfaltet sich der aromatisch-balsamische Birkenduft. Während einem solchen Wenikbad werden im ersten Aufguss die Birkenzweige dazu verwandt, um mit ihnen die beduftete Saunaluft zu verteilen.

Schlagen im zweiten Saunagang

Nachdem der erste Aufguss erfolgte und eine kurze Pause eingehalten wurde, schlägt im zweiten Saunagang der Saunameister die Körper der Saunagäste mit den Birkenzweigen ab. In der privaten Sauna können die Saunagänger dies selbst tun oder sich gegenseitig quästen. Durch die Stimulation können die Poren geöffnet und gleichzeitig auch gereinigt werden. Zudem regt man bei diesem Schritt während dem Wenikritual die Durchblutung der Saunierenden an, wodurch sich letztlich auch das Schwitzen verstärken lässt.

Wirkung beim Wenikritual

Das russische Wenikritual verdankt sein Name übrigens den Birkenzweigen. Damit das Abschlagen der Haut nicht schmerzt, ist es wichtig, dass die Birkenäste mit Laub besetzt sind. Birkenäste und Laub geben beim Einweichen ätherische Öle und somit auch den wohltuenden Birkenduft an das Wasser ab, welches als Sud für die Aufgüsse zu verwenden ist. Der balsamische Birkenduft wirkt emotional stärkend und ausgleichend. Birkenwasser wird gegen Hautentzündungen, bei Neurodermitis und trockener Haut erfolgreich eingesetzt. Weil der Birkensud beim Wenikbad der Entschlackung beiträgt und die Giftstoffe aus der Haut ableitet, hat sich das russische Wenikritual sehr erfolgreich auch außerhalb Russlands etablieren können. Man sagt dem Banjabad mit Birkenduft eine besonders intensive Wirkung nach, weil die Kombination von hoher Luftfeuchtigkeit, Birkenbalsam und dem Quästen den Schwitzeffekt und somit auch den Entschlackungseffekt maximiert. Somit profitiert man auch im Hinblick auf die Gesundheit von dieser extremen Schwitzkur.

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